Realschüler demonstrierten am 4. 12. im ganzen Land

Gegen die Absicht von Landesregierung und Parlamentsmehrheit, das dreigliedrige Schulsystem zu demontieren und zu diesem Zweck als erste die Haupt- und Realschulen auszulöschen, gingen die Realschüler am vergangenen Montag, dem 4. Dezember, auf die Straße.
2.500 Teilnehmer in Lübeck, mindestens 1.500 in Kiel, 2.000 in anderen Städten des Landes - ein toller Anfang.

Faszinierend, wie Schülerinnen und Schüler von verschiedenen Realschulen hinter dem einheitlichen Ziel, ihre Schulart zu erhalten, zusammen eine Gemeinschaft bildeten. Das WIR-Gefühl war spürbar. Um 10 Uhr fand eine Großdemonstration vor dem Kieler Landeshaus statt, zu der Realschüler aus Kiel und Umgebung zusammenkamen. Ein kilometerlanger Demonstrationszug setzte sich dann zum Bildungsministerium in Gang, wo lautstark gegen Regional- und Gemeinschaftsschule demonstriert wurde. Wenn die Schüler sich so mit ihrer Schule identifizieren, spricht das doch dafür, daß diese Schule ausgesprochen erfolgreich arbeitet. Weitere Protestaktionen fanden in Lübeck, Schwartau, Itzehoe, Plön, Neumünster und Schleswig statt.

Haupt- und Realschule sind die wichtigsten und von den meisten Schülerinnen und Schülern im Lande besuchten Standbeine unseres Schulsystems. Je ein Drittel aller schleswig-holsteinischen Schülerinnen und Schüler besucht nach dem am 1.Dezember 2006 veröffentlichten Bildungsbericht der Landesregierung eine Haupt- bzw. Realschule.
Die Landesschülervertretung der Realschulen tritt ohne Wenn und Aber für den Erhalt aller Realschulen im Lande und gegen die Einrichtung von gesamtschulartigen Regional- und Gemeinschaftsschulen ein. Unterstützt werden die Realschüler nicht nur von Schülern anderer Schularten, sondern auch von Eltern und Lehrern.
Am vergangenen Montag beschloß das Landesschülerparlament, am 4. Dezember landesweit mit Kundgebungen und Demonstrationen für ihre Schulen die Stimme zu erheben. "Lawinenartig" breitete sich der Entschluß, mitzumachen, durch das ganze Land aus.
Manuel Orhan, Landesschülersprecher der Realschulen, befürchtet eine Bedrohung der Zukunftschancen von Realschülern, wenn Gemeinschafts- und Realschulen eingeführt werden. "Mit einem guten Realschulabschluß kann ich heute ein (Fach-)Abitur machen. In Regionalschulen wird das Niveau so sinken, daß der Graben zum (Fach-)Gymnasium kaum überwindbar wird."
Viele Eltern - nicht nur von Realschülern - folgten dem Aufruf, das Anliegen der Schüler zu unterstützen, mit auf die Demonstration zu kommen und ihren Kindern damit solidarisch zu zeigen, daß ihr Ziel richtig ist.