Einstimmiger Beschluß:
Lübecker Realschul-Kreiselternbeirat:
Wir fordern den Erhalt der Realschulen.
In der Sitzung des Kreiselternbeirats der Lübecker Realschulen vom 18.12.2006 wurde folgende Resolution einstimmig beschlossen:
Wir distanzieren uns von der aktuellen, offiziellen Meinung/Forderung des Landeselternbeirats der Realschulen, unser Bildungssystem zu einem differenzierten eingliedrigen Schulsystem „weiterzuentwickeln“. Die Mitglieder des Kreiselternbeirats Lübeck wurden weder zur Erörterung des Schulgesetzentwurfes geladen noch von irgendeiner offiziellen Seite informiert.
Die allgemeine Information von Eltern und SchülerInnen über die geplante weitreichende Umstrukturierung des Schulsystems durch die Institutionen Schulträger und Bildungsministerium wird von uns als mangelhaft bewertet.
Wir lehnen die Einführung von Regional- und Gemeinschaftsschule als neue Schulform ab.
Wir fordern den Erhalt der Realschulen.
Die inhaltliche und praktische Umgestaltung des Schulwesens ist mit nicht abschätzbaren Kosten verbunden. Der Schleswig-Holsteinische Gemeindetag spricht von 480 Millionen EURO.
Es ist nicht akzeptabel, dass die größte Änderung der Schullandschaft ohne ein plausibles Folgekostenszenario ins Leben gerufen wird. Angesichts der zu erwartenden Qualitätsverschlechterungen und der „Insolvenz“ unseres Landes, vieler Städte und Gemeinden ein schwerer Skandal.
Der Schulgesetzentwurf zeigt nicht auf, worin für die SchülerInnen der Realschulen Verbesserungen bestehen.
Alle nationalen Leistungsvergleiche dokumentieren eindeutig die signifikante Überlegenheit der Realschule gegenüber integrierten Schulsystemen.
RealschülerInnen aus Schleswig-Holstein besitzen deshalb immer noch hohes Ansehen in Wirtschaft, Industrie und im Handwerk. Zudem besitzen die meisten Realschulabsolventen (heute) gute Voraussetzungen, um den Anforderungen weiterführender Schulen zu genügen.
Es erscheint sehr zweifelhaft, ob die SchülerInnen in der neuen Schulart „Regionalschule“ die bisherigen guten Ergebnisse halten können. Vergleichsdaten anderer Länder belegen, dass das Niveau absinken wird.
Es wird eine „Flucht“ zu den Gymnasien entstehen, dadurch ein immer fortschreitender Niveauverlust im mittleren Bildungsabschluss.
Wir schließen uns damit der Fassungslosigkeit einer großen Mehrheit von Lehrkräften und SchulleiterInnen an, die seit Jahrzehnten die Realschule als erfolgreiche Schulart in unserem mehrgliedrigen Schulsystem erhalten haben.
Viele Hauptschüler werden ebenfalls zu Verlieren des Systemwechsels gemacht, wenn nicht sogar zu den großen. Längeres gemeinsames Lernen mit Leistungsstärkeren führt nicht zwangsläufig zu besseren Lernergebnissen.
Als Alternative zum Gesetzentwurf fordern wir den Erhalt und Ausbau des bewährten dreigliedrigen Schulsystems, wobei eine Stärkung der Hauptschule unerlässlich ist.
Nur in einem mehrgliedrigen System finden unsere Kinder das ihrer jeweiligen Begabung und Leistungsfähigkeit optimal entsprechende Bildungsangebot.
Der Kreiselternbeirat der Lübecker Realschulen
Lübeck, 19. Dezember 2006
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